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mind is moving I |
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Best Nr.: |
EWR 0106 |
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Tonträger: |
CD |
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Komponist: |
Michael Pisaro |
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Interpreten: |
Michael Pisaro, Gitarre |
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Viele Stücke, die heute entstehen,
werden für bestimmte Orte oder Anlässe geschrieben, sei dies der Konzertsaal,
sei es eine besondere Veranstaltung, und sie füllen dann diese ihnen
zugedachte Funktion an diesem Ort aus. In einem Stück wie mind is moving
(I) überwiegt dagegen der Eindruck, dass das Musikstück den Ort, an dem
es erklingen kann, zuerst selber schaffen muss. Es scheint nicht einfach ein
Gefäss zu geben, in das die Musik dann hineinpasst. Das Stück schafft diesen
Ort nun nicht, indem es sich behauptet und durchsetzt, sondern seine
Anwesenheit ist eine viel subtilere: leichteste Berührungen der
Gitarrensaiten, grösstenteils Flageolettklänge, die einen weiten Bereich bis
zum 17. Teilton umfassen, korrespondieren mit einer zeitlichen Gestaltung,
die ebenso leicht die Klänge in die weite Zeit setzt. |
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Der Ort, der so geschaffen wird, ist
jedoch kein geschlossener Ort, durch den der Zeitfluss in eine bestimmte
Richtung fliesst. Hier stellt sich manchmal die erstaunliche Empfindung ein,
dass die Zeit quer zur Musik fliesst oder dass Zeit aus allen Richtungen
kommen kann und überallhin gehen kann. So ist dieser Ort, der hier entsteht,
ohne Mauern, und es gehört ihm eine Durchlässigkeit, die auch Raum lässt für
eigene Gedanken und andere Töne. Darum können in dieser Musik ganz einfach
andere Sachen auftauchen, wie das gelegentliche Pfeifen oder leise
Schabgeräusche auf den Saiten, keine Effekte, sondern pure
Selbstverständlichkeiten. Vielleicht gibt es hier den entferntesten Anklang
an das Bild eines Folksängers, der zu seinem Gitarrenspiel pfeift, der mit
Geräuschen Rhythmus andeutet, aber vor allem sind es Klänge, die in ihrer
Unangestrengtheit nichts hinterlassen, als uns daran zu erinnern, dass sie da
gewesen sind. |
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Weite und Offenheit gehen in diesem
Stück erstaunlicherweise einher mit einer Präzision, die im Innern der
kompositorischen Arbeit verborgen ist und die ihr schönstes Pendant im
präzisen Treffen der Flageolettklänge auf dem Griffbrett der Gitarre findet.
Beide können nur gelingen, wenn ohne Willkür gearbeitet und gespielt wird.
Dann begegnen sich Stille und Hören im Innern des Hörers und können auch hier
Weite und Offenheit schaffen. So entfaltet sich das Stück sachte und schafft
wie von alleine im Laufe seines langen Erklingens seinen eigenen Ort, an dem
es sein kann. |
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Label: |
EDITION WANDELWEISER RECORDS |
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Best. Nr.: |
EWR 0106 |
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Medium: |
CD |
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Komponist: |
Michael Pisaro |
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Interpret: |
Michael Pisaro, Gitarre |
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