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Pianopera I & II |
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Best Nr.: |
EWR 0405 |
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Tonträger: |
CD |
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Komponist: |
Makiko
Nishikaze |
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Interpreten: |
John
McAlpine, Klavier |
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Was mir beim ersten Hören von Makiko
Nishikaze's Klaviermusik vor allem auffiel, war ihre Eigenwilligkeit. Gleich
einem musikalischen "stream of consciousness" schwebten zarte
melodische Gebilde ruhig und unvorhersehbar über die ganze Klaviatur wie die
losen Gedanken eines Tagträumers. Und dennoch klang diese Musik vollkommen
natürlich und unentrinnbar: irgendeine geheimnisvolle Logik hielt alles
zusammen. Sofort fing ich an, darüber nachzudenken, wie ich diese Musik
spielen würde. Im Mai 2002 bekam ich die Gelegenheit dazu, als Makiko
Nishikaze mir die Uraufführung ihres 70-minütigen "piano islands"
anvertraute. Sie mochte meine Interpretation und beschloss daraufhin ein
weiteres Klavierstück, speziell für mich, zu schreiben: das zweiteilige
"pianopera”. Technische Besprechungen ihrer Musik
lehnt Makiko Nishikaze ab: wie sie
klingt, sagt sie, ist wichtiger als wie sie gemacht wurde. Alles, was sie
bereit ist zu enthüllen, ist, dass sie systematisch komponiert, aber mit
flexiblen Systemen, und dass sich die Tonhöhen, Intervalle und Dauern, die
sie benutzt, aus bestimmten Proportionsverhältnissen ableiten. Bevor sie mit der Komposition von
"pianopera I" anfing, maß sie sorgfältig die Länge
meiner Arme und Finger. Diesen Maßen entnahm sie dann die
Proportionsverhältnisse für das Stück. Es erinnerte mich an Komponisten wie
Schumann und Ravel, die Themen aus den Buchstaben der Namen ihrer
Widmungsträgern ableiteten. 2003 erhielt Makiko Nishikaze ein
Aufenthaltsstipendium für die Villa Aurora in Los Angeles, seinerzeit das
Haus des Romanautors Lion Feuchtwanger und ein Treffpunkt für Literaten und
Komponisten, die meisten, wie er selbst, Exilanten aus Nazi-Deutschland. Während sie dort war, wurde ich
eingeladen, "pianopera I" und "pianopera II"
uraufzuführen. Das Konzert fand statt am 23. April in der Bibliothek auf
einem alten Blüthnerflügel, der einst dem Komponisten Ernst Toch gehört
hatte. Und worum geht es in dieser Oper für
Klavier in zwei Akten? Das, lieber Zuhörer, bleibt Ihnen überlassen. John McAlpine |
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