Ausfalten, einfalten: die Atmung des Akkordeons


 

Edwin Alexander Buchholz spielt Cage, Pisaro, Frey und Beuger

 

 

 

 

Best Nr.:          

EWR 9601/2

 

Tonträger:

2 CD

 

Komponist:

Cage / Pisaro / Frey / Beuger

 

Interpreten:

Edwin Alexander Buchholz, Akkordeon

Normisa Pereira da Silva, Flöte

 

 

 

 

 

 

 

Ausfalten, einfalten: die Atmung des Akkordeons. Auf dieser CD entfaltet sich das Akkordeon auf ganz besondere, dem Instrument ungewöhnlich nahe Weise. Vier Werke, vier Welten, die sich zu kennen scheinen, aufeinander verweisen, sich gleichsam aus der Ferne grussen.

 

Hört man Cage's ,,Cheap Imitation" in der Akkordeon-Version, ist es, als höre man Volksmusik aus einem unbekannten, wahrscheinlich nicht existierenden Land. Diese Musik kommt nirgendwo her; geht nirgendwo hin, ist für immer unterwegs.

 

Wie ,,Sam Lazaro Bros". Der schweizer Komponist Jürg Frey notierte dieses Werk 1984 in einem alten Notenheft der gleichnamigen Firma. Eine unaufhörlich sich krümmende Linie, die sich mitnichten darum kümmert, zwei Punkte miteinander zu verbinden. Keine Phrasen, keine Rhetorik, kein Innen, nur Außen; keine Tiefe, nur Weite. Hier.

 

Auch in ,,Here (2)" des amerikanischen Komponisten Michael Pisaro geht es um diese Wahmehmungsintensität, die konstant ist und dennoch ständig im Fluß, nie auf den Punkt zu bringen. Edwin Alexander Buchholz ist in ,,Here (2)" zusammen mit der Flötistin Normisa Pereira da Silva zu hören. Es spielen zwei Instrumente, es klingt aber nur ein Klang. Das eine Instrument setzt irgendwann im Klang des anderen etwas in Bewegung. Wann genau das passiert, ist nicht wahrnehmbar: wenn man es wahrnimmt, ist die Bewegung schon da.

 

Antoine Beuger schrieb ,,die geschichte des sandkorns" 1992, für Edwin Alexander Buchholz. Es ist ein stilles Stück, in dem sich ab und zu etwas ereignet. Zwischen den Ereignissen sind keine Zusammenhänge beabsichtigt. Beim Erleben dieser Musik wird nicht so sehr das Gedächtnis angesprochen, sondern vielmehr die Fähigkeit sich von Vorstellungen, Erwartungen und Erinnerungen zu lösen. Eine Musik des Vergessens: eine Musik der Lebensbejahung.