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Eine weitere
Gemeinschaftsproduktion von
Edition Wandelweiser und Radio Bremen zeugt
von der Originalität der Japanerin Makiko Ni-
shikaze. Ihr eigenwilliges Diptychon pianopera l
& II (2002) folgt mit unvorhersehbar einander
ablösenden Klanggebilden keiner erkennbaren
Logik und wirkt dennoch in seiner musikali
schen Struktur niemals beliebig, so daß die
Musik trotz der großen ästhetischen Distanz
durchaus der eingangs besprochenen CD Luigi
Archettis verwandt scheint. Es ist das ab
wechslungsreiche Eindringen in Klänge und
Pausen, deren Dauer, Dichte, Ambitus oder
Tonraumkontraste immer variiert werden, de
ren Dynamik sich jedoch vorzugsweise in lei
sen Bereichen bewegt. Mit großer Sensibilität
für die oftmals nur minimalen Unterschiede in
Anschlag und Artikulation hat sich der Pianist
John McAlpine dieser zarten, unbestimmt zwi
schen harmonischer und melodischer Entfal
tung pendelnden Gebilde angenommen. Unter
seinen Händen scheint die Musik gleichsam in
einem Zustand von Schwerelosigkeit zu verhar
ren, aus dem sich die Klänge immer wieder lö-
sen, um sich zu neuen und anderen Figuren
zusammenzufügen.
Stefan Drees
(Positionen 63)
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