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Zum
Projekt „zu fuss“: |
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Martin
Preisser, St- Galler Tagblatt, 5. September 2005 |
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see.
In einunddreissig Tagen zu Fuss mit Trompete durch die Schweiz: Seit Samstag
ist der amerikanische Komponist und Trompeter Craig Shepard auch am Obersee
zu Gast («Tagblatt» v. 13.8.). Eine innere Reise sollte es werden. An den
meisten Stationen, an denen er auftrat, dürften seine Solo-Miniaturen auf der
Taschentrompete Ausdruck dieser inneren Reiseerfahrungen gewesen sein. Nicht
so in Stein am Rhein. «Zu viele Touristen, wie in Disneyland», klagt der
US-Musiker. Dann war da auch noch der Busfahrer, dem Craig Shepard angeblich
den Platz wegnahm. Für des Trompeters Musik hatte der kein Gehör. Er stieg
wütend aus seinem Gefährt und zog den Musiker, der mitten im Spiel war,
einfach unsanft zur Seite. «Das hat meine Gedanken auf der nächsten
Wegstrecke sehr beschäftigt», sagt Shepard. |
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Ungewohnte Zeiterfahrung
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Bei
seinem Romanshorner Auftritt am Sonntag ging es friedlicher zu. Ein knappes
Dutzend Hörer lockten die am Anfang fast einer Schiffssirene nachempfundenen
Klänge an den Segelhafen. Wie nahe man dem Geschehen sein will, bestimmt man
an einem Konzert im öffentlichen Raum selbst. Sein Skizzenbuch im Plastiksack
(der Regen hatte erst seit fünf Minuten aufgehört) wie ein Gebetsbuch
haltend, steht Craig Shepard unter einem Baum, entwickelt die Motive,
meditiert über Intervalle, zelebriert die Kunst der Pause. Richtig
unangreifbar wirkt er in diesen Momenten. Das Zeiterleben ändert sich, in den
Pausen zwischen den Tönen nimmt man die akustische Umwelt plötzlich reicher, differenzierter
war. Craig Shepard will kein Spektakel machen. «Wer hören will, der hör», so
scheint seine Botschaft: «Wenn das Publikum während meines Spiels Schönheit
neu entdeckt, die am Ort schon da ist, dann ist etwas Wichtiges erreicht.»
Und in der Tat, vielleicht reicht eben schon aus, dass man sich in gewohnter
Umgebung in ungewohnter Manier eine halbe Stunde Zeit zum Verweilen gönnt. |
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Kinder staunen lieber
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Wie
eng Craig Shepards Musik mit seinem Erleben beim Wandern, mit seiner
musikalischen Pilgeridee verbunden ist, macht das Gespräch deutlich, dass
sich in Romanshorn mit dem Publikum entwickelte. Er zeigt auf seine
Notenskizzen und sagt: «Während dieser Note kam ein Fahrradfahrer vorbei.» Er
erinnert sich an einen Jungen auf der Rheinbrücke, der zuhörte, wegfuhr und
erstaunt wieder zurückkehrte. Er spürt, dass Kinder oft staunen wollen, die
Eltern aber weiter möchten. In Koblenz verband sich gar Sport mit Musik. Die
Wildwasserfahrer auf der Aare wurden Craig Shepards Publikum. |
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